Schlösser und Burgen von A-Z 62

Schloss Sachsenburg
09648 Sachsenburg
Landkreis Mittweida
Kaum 25 km nordöstlich von Chemnitz auf der B 169, kurz hin¬ter Frankenberg, biegt man nach Sachsenburg ein. Hoch über der Zschopau, auf einem steil abfal¬lenden Felsen, erhebt sich das 1488 unterCasparvon Schönberg an Stelle von älteren Gebäudetei- len der früheren Sachsenburg er¬baute Schloss. Baumeister war Hans Reynhart. 1197 wird bereits ein Heinricus de Sassenberg ge-nannt. Die Burg wurde im 13. und i4.Jahrhundertzueinerfestungs- artigen Wehranlage mit einer Haupt- und Vorburg im inneren und äußeren Bereich ausgebaut. Die Familie von Schönberg hatte bereits um 1368 die Herrschaft inne. Das von Caspar von Schön-berg errichtete Bauwerk zeigt ähnlich der Albrechtsburg in Mei¬ßen den Übergangvon einer Burg zum spätgotischen Wohnschloss. 1610 wurde die Herrschaft an den K u rf ü rste n ve rka u ft u n d es e rfo Ig- ten im Laufe des 17. Jahrhunderts mehrfache Veränderungen. Nach einer Zerstörung 1632 wurde es wieder erneuert. 1867 wurde in der Anlage eine Straf- und Korrek¬tionsanstalt eingerichtet, was weitere Um- und Ausbauten zur Folge hatte. Der ehemaligen Burg wurde 1878 der gewaltige Berg¬fried genommen, der eine Grund¬fläche von fünf mal sechs Meter hatte und 1,5 m dicke Wände be¬saß. Zur Anlage gehören eine Ka¬pelle und weitere Anbauten aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1926 wurde das Schloss zu verschiede¬nen Zwecken und durch eben¬so unterschiedliche Institutionen genutzt. Heute kann es während der Öffnungszeiten besichtigt werden.
Schloss Scharfenberg
01665 Scharfenberg
Landkreis Meißen
Auf der B 6 zwischen Meißen und Dresden stößt man auf die Ab- zweigungnachScharfenberg. Als eine der ältesten Burganlagen Sachsens wurde diese erstmals 1227 urkundlich erwähnt und 1338 ein Balthasar von Maltitz als Besitzer genannt. Aufgrund von Untersuchungen wird die Entstehung der Burg vor 1200 da¬tiert. Aufden Restenderaiten An¬lage entstand in der ersten Hälf¬te des 16. Jahrhunderts das in Renaissanceformen gestaltete Schloss, das jedoch im Dreißig¬jährigen Krieg zerstört, aben.654 von Haubold von Miltitz als Re¬naissanceschloss wieder aufge¬baut wurde. Neben vielen goti¬schen Bauformen besitzt das Schloss noch ein romanisches Portal, das in seiner Fertigung um 1200 einzuordnen ist und eine Durchfahrt mit Sternenge¬wölbe aus dem 16. Jahrhundert aufweist. Die Wehr- und Befesti¬gungsanlagen wurden 1706 er¬weitert. Ein Blitzschlag zerstörte 1789 den Nordflügel, der 1823 endgültig abgebrochen wurde. Der so genannte „Scharfenber- ger Kreis“, ein Zusammen¬schluss von romantisch-patrioti¬ schen Literaten und Künstlern, fand im Schloss sein Unterkom¬men, gefördert durch Karl Borro- mäus von Miltitz. Auch Schloss Scharfenberg diente, wie viele andere Burgen und Schlösser, nach 1945 als Unterkunft für Flüchtlinge. Von 1958 bis 1973 gab es hier in einem Teil der Anlage ein Heimatmuseum. Die von einer Ringmauer umgebene Burganlage erhebt sich hoch über der Elbe. Der Zugang zum Schloss führt über eine schmale zweibogige Brücke, flankiert von Wehrtürmen mit Schießschar¬ten. In der Mitte des Burghofes wurde ein runder Bergfried aus¬gegraben und an derSüdostecke überragt ein hoher, mehrge¬schossiger Rundturm die Burg¬anlage. Ende des 18. Jahrhun¬derts lebte hier zeitweilig Fried¬rich Freiherrvon Hardenberg, der als Novalis bekannte Lyriker der deutschen Frühromantik. Durch die Gemeinde wird ein Ausbau als Hotel angestrebt.

Lesen Sie mehr: Halong Bucht Tour | Rundreise Vietnam Kambodscha 2014 | Mekong express Vietnam to Cambodia

Schlösser und Burgen von A-Z 61

Schloss Röhrsdorf Altes und Neues Schloss Gamig
01809 Röhrsdorf
Landkreis Sächsische Schweiz
Wer einen Aufenthalt in der vor¬nehmlich von August dem Star¬ken architektonisch prachtvoll gestalteten Landeshauptstadt Dresden verbringen will, dem bie¬tet sich die Möglichkeit, im süd- östlich angrenzenden Örtchen Röhrsdorf unweit westlich von Heidenau eine gepflegte Unter¬kunft zu finden. Nach der Devise „Vom Rittergut zum Schloss- hotel“entstand in Röhrsdorfeine überaus attraktive gastronomi¬sche Einrichtung auf der Höhe zwischen Dresden-Lockwitz und dem romantischen Müglitztal. Bereits vor über tausend Jahren existierte hier ein slawisches Rundlingsdorf. Rüdiger von Mei¬ßen bekam das hierstehende Rit-tergut und Dorf als Lehen, das dann Rüdigerstorff genannt wur¬de. Ersti583 wird hierurkundlich ein Schloss erwähnt und im Zu-sammenhang mit dem Ritter¬gutsgebäude und Garten die Herrschaften Lange und von Bernstein genannt. Die ersten Herrschaften zu Röhrsdorf waren Rudolf und Hans Karl von Neit- schütz. Johann Rudolph und Hans Caspar von Loß tauchten 1711 in Röhrsdorf auf, danach wurde 1714 Christian Vitzthum von Eck- städt Besitzer des Schlosses. Be- reitsi74i fiel die Herrschaft an die von Carlowitz. Im Jahre 1890 ver-nichtete ein Großbrand wesentli¬che Teile der Schlossanlage, und ihr Wiederaufbau erfolgte im klassizistischen Stil. Soldaten der Roten Armee besetzten 1945 das Schloss und 1948 wurden die Besitzer enteignet. Es wurde als volkseigenes Gut verwaltet und mit dem Rittergut Gamig vereint. Landwirtschaftslehrlinge erhiel¬ten hierihrAusbildungszentrum. Die heutige Anlage besteht aus dem Hauptgebäude mit Hotel und Restaurant, Seminar- und Verwaltungsräumlichkeiten und dem Stallgebäude, das zur Pfer¬dezucht genutzt wird, dem Tor¬hausund dem Obstsortengarten. Im Ortsteil Gamig gruppieren sich um das ehemalige Rittergut das Alte und das Neue Schloss. Ersteres wurde wohl im 16. Jahr-hundert errichtet, jedoch die süd¬liche Hälfte nach 1945 abgeris¬sen. Es stellt heute einen zweige¬schossigen Putzbau mit Sattel-dach dar, das zum Teil durch Volutengiebel und schlanke Dachreiter geziert ist. Das Neue Schloss ist ein dreigeschossiger Putzbau mit Walmdach, dessen Südseite mit einem langen Arka¬dengang mit Kreuzgewölben und einem hohen Treppenturm ver¬mutlich imiö.Jahrhunderterrich- tet wurde. Im 19. Jahrhundert er¬folgten Umbauten, insbesonde¬re des damaligen Pferdestalles in spätklassizistischen Formen durch Woldemar Hermann. Der Eingangsbau auf der Nordseite ist durch ein Rundbogenportal gestaltet. Im nördlichen Bereich sind noch Reste eines barocken Gartens sichtbar, in dem zwei schöne Sandsteinfiguren stehen. Südwestlich steht ein mächtiger Wohnturm, ebenfalls in spätklas¬sizistischen Formen von 1834, durch genannten Baumeister er-richtet. 1966 wurde dieser Bau re¬stauriert. Eine bemerkenswerte Kapelle befindet sich nördlich der Schlossanlage auf einer Anhöhe. Heute befindet sich hier eine Be¬hindertenwerkstätte.
Schloss Rothschönberg
01683 Rothschönberg
Landkreis Meißen
Rothschönberg liegt versteckt im bergigen Landstrich des Landkreises Meißen, unmittel¬bar an der A 4 östlich der Stadt Nossen. Man muss sich schon auf den Bergrücken begeben, wenn man das Schloss am Ran¬de des Dorfes besuchen will. Be¬reits 1254 wird hier ein Tuto von Schönberg genannt, wobei ab 1290 die Ritter von Schönberg bis in das 20. Jahrhundert als an¬sässiges Herrschergeschlecht auf Rothschönberg geführt wer¬den. In das 15. Jahrhundert werden die ältesten Teile des Schlosses datiert. Sie betreffen den Südostbau mit Rundbastion und einen Treppenturm im Hof. Die Kapelle im nordwestlichen Teil wurde um isooerrichtet. Der Südflügel mit seinem Eingangs¬tor entstand 1651-1659 und be¬sitzt schlichte Renaissancefor¬men. Im Jahre 1738 wurde der Westflügel angebaut. Unterhalb der Anlage breitet sich ein weit¬läufiger Park mit altem Baumbe¬stand aus. Im Schloss sind die Gemeindeverwaltung sowie Wohnungen untergebracht. Das Schloss ist der Öffentlichkeit nichtzugänglich.
Burgruine Ruppendorf
01744 Ruppendorf
Weißeritzkreis
Ruppendorf, gehörend zum Ge¬meindeverband Höckendorf, nur 7 km westlich von Dippoldiswal¬de, hat neben seiner evangeli-schen Kirche noch Reste einer ehemaligen Wasserburg aufzu¬weisen. Sie liegen südwestlich der Kirche und zeigen nur noch Teile einer Mauer sowie den run¬den Bergfried.

Wasserschloss
Niederruppersdorf
02747 Ruppersdorf
Landkreis Löbau-Zittau
Von Löbau südöstlich nach Herrnhut zweigt man in diesem Städtchen südwestlich nach Ruppersdorf ab und erreicht den Ort nach 3 km. Ruppersdorf hat ein Wasserschloss, das um das Jahr 1750 erbaut wurde. Infolge von Bränden wurde dieses in den vergangenen Jahrhunderten stark beschädigt und jeweils in der Obergeschosskonstruktion verändert und wieder aufgebaut. Besitzer und Herren auf Wasser¬schloss Niederruppersdorf wa¬ren die Adelsgeschlechter von Drebra und von Nostitz, deren Fa-milienwappen sich im noch heu¬te erhaltenen Schlosswappen vereinen. Über viele Schlösser, Burgen oder andere historisch interessante Bauwerke gibt es häufig Besonderheiten, Ereig¬nisse oder auch Sagen zu berich¬ten. Letzteres auch über das Schloss Niederruppersdorf. So soll das Schloss Anfang des letz¬ten Jahrhunderts an die Stadt Lö¬bau verspielt oder verzecht wor¬den sein. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es vom Bund Deutscher Mädel und nach sei¬ner Beendigung als Kinderheim genutzt. Zur Freude der Nutzer und der Ortsbevölkerung wurde 1991-92 eine umfangreiche Re¬konstruktion des Wasserschlos¬ses durchgeführt. Nach Neuein¬deckung des Daches bekam es auch einen neuen Fassadenan¬strich. Im Inneren wurde ein brandsicheres Treppenhaus ein¬gebaut, es ist, wie die gesamte Inneneinrichtung, zweckmäßig für eine Kindereinrichtung ge-staltet und teils verändert wor- den. Kein Bereich erinnert mehr an die einstige Beschaffenheit des Schlosses, ausgenommen das Gewölbe im Eingangsbe¬reich. Genutzt wird das Wasser¬schloss als Kinderheim im Besitz des DRK-Kreisverbundes Löbau e.V. Hier leben über 20 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis maximal 21 Jahren. Eine ge¬pflegte Parkanlage umgibt das Schloss.

Für mehr Infos: Halong Bucht touren, Vietnam Kambodscha Rundreise 2014, Cambodia Vietnam Mekong cruise

Schlösser und Burgen von A-Z 60

Schloss Rochsburg
09322 Rochsburg
Landkreis Mittweida
Nordwestlich von Burgstädt so¬wie nordöstlich von Penig, an der Zwickauer Mulde, finden wir die Rochsburg. Als Graf De-me mit Torturm, das Quer- und Brunnenhaus sowie der Palas der gewaltigen Burganlage im roma- ischen Stil. Als Markgraf Fried¬rich der Freidige von 1286 bis 1291 auf der Burg residierte, ließ er die Lirme baulich vervollständigen und richtete in ihnen Gefängnisse ein. Unter Wilhelm I. erfolgte eine eitere Bauperiode von 1360 bis 1400 und das sächsische Fürsten¬haus brachte ab 1436 für gute zehn Jahre sein wettinisches Staatsarchiv in der Burg unter. Eine dritte Bauperiode verwan¬delte von 1482 bis 1502 unter der Herzoginwitwe Amaliadie Bürgin ein Schloss. Von 1537 bis 1547 war das Schloss Witwensitz für die Herzogin Elisabeth,diein Rochlitz die Reformation einführte, ab 1591 wohnte hier die Kurfürstin Sophia. Während des Dreißigjäh¬rigen Krieges plünderten und brandschatzten die Schweden in Rochlitz und ab 1717 begann der allmähliche Verfall. Eine Unter¬suchungshaftanstalt wurde von 1852 bis 1961 in das Schloss ge¬legt, obwohl während dieser Zeit, 1892, das Museum gegründet wurde. In den Jahren 1944 und 1945 war es Auslagerungsort für sächsisches Archiv- und Mu¬seumsgut, worauf noch 1945 der sowjetische Geheimdienst hier einzog. Im Jahre 1948 wurde das Museum wieder eröffnet. 1994 wurde Schloss Rochlitz staat¬licher Schlossbetrieb. Besichti¬gen kann man die Schlosskapelle, Hofküche, Herzoginstube, Verlie¬se, Folterkammer und die über tausend Jahre alte Anlage.
Schloss Rochsburg
09322 Rochsburg
Landkreis Mittweida
Nordwestlich von Burgstädt so¬wie nordöstlich von Penig, an der Zwickauer Mulde, finden wir die Rochsburg. Als Graf De-do von Rochlitz-Groitzsch, der jüngste Sohn des Markgrafen Konrad von Meißen, den Klein¬gau Rochlitz im Jahre 1156 erbte, machte er die dort bereits vor¬handene Burg zum Burgwart- Zentrum. Nach weitflächigen Waldrodungen entstanden in diesem Gebiet weitere Burgen, so auch die Rochsburg vermut¬lich um das Jahr 1170, die in einer wettinischen Urkunde von 1195 erwähnt und als deren Erbauer Guntherus de Rochsberg ge¬nannt wird. Weitere Besitzer wa¬ren die Burggrafen von Alten¬burg und später die Burggrafen von Leisnig. Ab 1470 bekam Oberhofmarschall Hugo von Schleinitz den Besitz vom Kur¬fürsten Ernst und Herzog Al- brecht als Pfand. Architekt und Baumeister Arnold von Westfa¬len veränderte die Burg im Auf¬träge des Besitzers in ein spät-gotisches Wohnschloss. Infolge von Schlossbränden blieb je-doch von seinen Arbeiten nicht viel erhalten. Als die Herren die Anlage Ende 1503 übernahmen, glich sie einer Ruine. Weitere Zerstörungen richteten 1547 kurfürstlich-sächsische Truppen während des Schmalkaldischen Krieges durch Erstürmung und Brandschatzung an. Erneut wechselten die Besitzverhält¬nisse 1548 zugunsten der Herren von Schönburg, die 1700 in den Grafenstand erhoben wurden. Nachdem diese die Burg aufge¬baut hatten, vernichtete sie 1582 erneut ein Brand. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Rochsburg unterWolf II. von Schönburg,der sievon 1592 bis 1624 wiederauf¬bauen ließ. Er richtete im Spät- gotik-Renaissance-Schloss die Fest- und Repräsentationsräu¬me im zweiten Stock ein. Graf Christian von Schönburg legte 1632 einen Renaissancegarten mit Lusthäuschen an. 1825, nach Aussterben der Linie der Grafen von Schönburg, übernahmen die von Schönburg-Hinterglauchau, später die Familie von Schön¬burg-Forderglauchau den Be¬sitz. Zur Besichtigung stehen die Wohnräume und die Schloss¬kapelle zur Verfügung. Eine ständige Ausstellung von Mö¬beln verschiedener Stilepochen, Ahnenporträts der Grafen von Schönburg sowie Sonderaus¬stellungen zu Volkskunst und Kunsthandwerk ist eingerich¬tet.
Renaissanceschlösschen Göltzsch
08228 Rodewisch
Vogtlandkreis
todewisch liegt im schönen Vogtlandkreis, unmittelbar nörd¬lich von Auerbach an der Kreu- ung der B 94 und B 169. Nach wissenschaftlichen Untersu¬chungen wurde festgestellt, dass iie ältesten Bauteile des Ritter¬gutes aus dem 16. Jahrhundert stammen. Aufgrund von Berich- en aus dem 13. und 15. Jahrhun¬dert vermutete man eine ältere Anlage. Nach archäologischen Untersuchungen der Nordwest¬ecke des Schlosshofes wurde man im Wassergraben fündig. Es wurde ein Teil einer mittelalter-lichen Wehranlage freigelegt, die damals „festes Hus“ genannt wurde. Der Kern waren Wohnge¬bäude mit kleinem Burghof. Sie hatte vermutlich einen quadrati¬schen Grundriss und war mit Bruchstein gebaut. Bei den Aus¬grabungen wurden zahlreiche Tongefäße, Keramik und Töpfer¬waren sowie andere Gegenstän¬de gefunden, die man zum Teil im Museum besichtigen kann. Durch umfangreiche Forschun¬gen wurde ein Teil Rodewischer Geschichte von über 900 Jahren ermittelt. Welche Rolle das heu-tige „Schlösschen“ allerdings wirklich hatte, kann nicht genau belegt werden. Vielleicht war es auch nur das Wohnhaus der da- maligen Besitzer im Komplex der ganzen Anlage.

Schloss Röcknitz
04808 Röcknitz
Muldentalkreis
Röcknitz liegt ca. 20 km östlich von Eilenburg. Vermutlich ent¬stand das Schloss aus einer ur¬sprünglichen Wasserburg. Die Anlage zeigt eine annähernd H- förmige Form. Über derTür befin¬det sich die Bezeichnung I. P. C. A. V. B., welches für Joachim Plötz undCatharinaAgnesvon Birkholz steht. Verbunden ist dies mit der Jahreszahl 1696. Das Schloss ist ein einfacher verputzter Bruch-steinbau mit einer Freitreppe zur Gartenseite. Bedauerlicherweise ist die Gartenanlage nicht mehr erhalten. Verschiedene Räumeim Erdgeschoss zeigen kreuzgratge¬wölbte Decken und im Kellerbe¬reich tonnengewölbte. Ein weit reichender, von Wirtschaftsge¬bäuden umgebener Hof öffnet sich nach Westen. Im Jahre 2000 erfolgte eine Renovierung. Das Schloss wird als Vereinsgebäude genutzt und es werden Sonder¬ausstellungen organisiert.

Besuchen Sie uns unter: Touren Halong Bucht | Rundreise Vietnam Kambodscha Laos | Mekong Delta from Vietnam to Cambodia

Schlösser und Burgen von A-Z 59

Schloss
Reinhardtsgrimma
01768 Reinhardtsgrimma
Weißeritzkreis
Neu restauriert eröffnet sich dem Blick des Besuchers das schöne Barockschloss Reinhardtsgrim¬ma, das man jedoch in seinervol- len Pracht nur vom Park aus be¬wundern kann. Es ist zu finden südlich von Dresden und ca. 10 km östlich von Dippoldiswal¬de. Die Innenbereiche können nicht besichtigt werden. Erbaut wurde das Schloss 1765-1767 auf Geheiß von Kammerrat Jo¬hann Christoph Lippold, der bür¬gerlicher Herkunft war und durch Kriegslieferungen zu Reichtum gelangte. Der Oberlandbaumeis¬ter Johann Friedrich Knöffel ent- warfden PlanfürdasSchlossund den Park, der im englischen Stil a igelegt wurde. In der Zeit von 1785 bis 1820 fand ein häufi¬ger Besitzerwechsel statt. Die Buschhäuser wurden von 1810 bis 1811 im klassizistischen Stil erbaut. Durch die Heirat mit der i rngsten Tochter der Familie von Bülow wurde von 1820 bis 1866 Georg Konrad Ruschenbusch, der Gutsförster, Besitzer des Schlosses. Weitere Herren folg¬ten, bis 1908 Generalmajor Fried- h Hugo Maximilian Senfft von Pilsach mit den Mitteln seiner Frau Alpheda, geb. Teding van erkhout, Tochter eines nieder¬ländischen Plantagenbesitzers auf Java, die Herrschaft über¬nahm. Durch ihn erfolgte eine gründliche Erneuerung und Re¬novierung von Schloss Rein¬hardtsgrimma. 1928 wurde das Anwesen verpachtet und von 40 Tis 50 ständigen Arbeitskräften in Land- und Forstwirtschaft be¬arbeitet. Zur Enteignung 1945/ 16 wurde der gesamte Besitz aufgeteilt. Gärtnerei, Sägewerk, Buschhäuser, Bäckerei sowie 531 ha Land, davon 282 ha Wald, wur¬den an 45 landarme Bauern und Landarbeiter vergeben. Im April 1946 wurde im Schloss eine Landwirtschaftsschule mit Inter¬nat eröffnet, 1966-1971 war es eine Lehrausbildungsstätte für Facharbeiter, von 1971 bis 1976 eine Weiterbildungsstätte des Bezirkes Dresden. Die ehemalige Betriebsakademie des Fachor¬ gans Land-, Forst- und Nahrungs¬güterwirtschaft des Rates des Bezirkes Dresden wird jetzt als Weiterbildungszentrum genutzt.
Schloss Reinsberg
09629 Reinsberg
Landkreis Freiberg
In reizvoller Landschaft liegt der Ort mit seinem Schloss. Reins¬berg ist zwischen der Kreisstadt Freiberg und der Stadt Nossen, ungefähr auf halber Strecke, zu finden. Auch diese Herrschaft kam 1377 zum Teil und 1411 ganz in den Besitz der Grafen von Schönberg, die das Schloss bis zur Enteignung 1945 besaßen. Die Anlage hat einen unregelmä¬ßigen Grundriss, deren Zugang über eine zweibogig überwölbte Brücke mit Sandsteinbrüstung führt. Hierüber gelangt man zum Eingang, der sich an einem mächtigen Rundturm befindet, als Rundbogenportal ausgeführt ist und an dessen Seiten je eine gedrehte Halbsäule steht. Diese tragen ein Gesims mit zwei von Blattwerk umrahmten Porträt- Medaillons, vermutlich von Karl V. und seiner Schwester Maria, Königin von Ungarn. Beim Betre¬ten zeigt sich dem Gast eine rip¬pengewölbte Eingangshalle und über einen seitlich gelegenen Wendelstein gelangt man in die Obergeschosse. Erwähnenswert sind auch die netzgewölbte Ka¬pelle, der Nordflügel mit seinen mächtigen Mauern und seinem gotischen Hoftor, der Nordostflü¬gel sowie der Ostflügel mit sei¬nem im Erdgeschoss befindli¬chen Tor, dessen reich geschnitz¬te Eingangstür schwere Löwen¬köpfe zieren. Eine Parkanlage schließt sich südlich und westlich an das Schloss an. Gegenüber dem Eingang zum Schloss befin¬den sich die Gutsanlagen. Nach dem Krieg diente das Objekt als Ferienheim. Gegenwärtig befin¬det es sich in Rekonstruktion.
Schloss Rochlitz
09309 Rochlitz
Landkreis Mittweida
Weit über dem Tal der Mulde, am Kreuzungsbereich der B 7 nach Al¬tenburg und der B 107 nach Col- ditz und Chemnitz sowie der B175 nach Waldenburg und Döbeln, sind die beiden hoch aufra¬genden viereckigen Türme des Schlosses Rochlitz zu sehen, de¬ren schiefergedeckte Hauben spitz gen Himmel ragen. „Rochi- linze“, als erster Name, taucht be¬reits im Jahre 995 auf und die Burg wird unter Thietmar von Merse¬burg 1009 erwähnt. Im 11. Jahr¬hundert weilten hier oft deutsche Könige und Kaiser, ehe die Burg 1143 in wettinischen Besitz über¬ging und Sitz eines landes¬herrlichen Vogtes wurde. Von 1156 bis 1210 entstanden die Tür-me mit Torturm, das Quer- und Brunnenhaus sowie der Palas der gewaltigen Burganlage im roma- ischen Stil. Als Markgraf Fried¬rich der Freidige von 1286 bis 1291 auf der Burg residierte, ließ er die Lirme baulich vervollständigen und richtete in ihnen Gefängnisse ein. Unter Wilhelm I. erfolgte eine ■/eitere Bauperiode von 1360 bis 1400 und das sächsische Fürsten¬haus brachte ab 1436 für gute zehn Jahre sein wettinisches Staatsarchiv in der Burg unter. Eine dritte Bauperiode verwan¬delte von 1482 bis 1502 unter der Herzoginwitwe Amaliadie Bürgin ein Schloss. Von 1537 bis 1547 war das Schloss Witwensitz für die Herzogin Elisabeth,diein Rochlitz die Reformation einführte, ab 1591 wohnte hier die Kurfürstin Sophia. Während des Dreißigjäh¬rigen Krieges plünderten und brandschatzten die Schweden in Rochlitz und ab 1717 begann der allmähliche Verfall. Eine Unter¬suchungshaftanstalt wurde von 1852 bis 1961 in das Schloss ge¬legt, obwohl während dieser Zeit, 1892, das Museum gegründet wurde. In den Jahren 1944 und 1945 war es Auslagerungsort für sächsisches Archiv- und Mu¬seumsgut, worauf noch 1945 der sowjetische Geheimdienst hier einzog. Im Jahre 1948 wurde das Museum wieder eröffnet. 1994 wurde Schloss Rochlitz staat¬licher Schlossbetrieb. Besichti¬gen kann man die Schlosskapelle, Hofküche, Herzoginstube, Verlie¬se, Folterkammer und die über tausend Jahre alte Anlage.

Sehen Sie mehr: Halong Bucht reisen, Vietnam Laos Kambodscha Rundreise, Mekong river cruise Vietnam Cambodia

Schlösser und Burgen von A-Z 58

Schloss Räckelwitz
01920 Räckelwitz
Landkreis Kamenz
Östlich von Kamenz, in Richtung Bautzen, liegt nördlich vom Panschwitz-Kuckau das Dörfchen Räckelwitz. Der lang gestreckte, zweigeschossige Bau mit seinem breiten Mittelrisalit und der vor¬gelagerten Freitreppe beherberg¬te zuletzt ein Malteserkranken¬haus. Das Mansarddach zeigt zwei Reihen Dachgauben aus den Jahren um 1750. Die katholische Schlosskapelle ist die Kapelle des Malteserstifts. Dieser kleine, an das barocke Schlossgebäude an-gefügte Kapellenbau stammt ausden Jahren 1883-1885 und wurde nach Plänen von Desiderius Lenz durch die Benediktiner errichtet. Restauriert wurde er von 1980 bis 1985. Die Kapelle ist ein schmaler Bau mit Pfeilern und halbrundem Chor, versehen mit Rundbogen¬fenstern. Ein gemalter Fries um¬läuft das Gebäude mit seinem ab- gewalmten Satteldach und Dach¬reiter.

Schloss Ragewitz
01594 Ragewitz
Landkreis Riesa-Großenhain
Unmittelbar vor dem Kreuzungs¬bereich der B 6 und B 169 nach Oschatz, in Richtung Riesa und Meißen, liegt das kleine Örtchen mit seinem Schloss, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts ent¬stand. In der Folgezeit bis heute wurde der zweistöckige Bau mehrfach umgestaltet, sodass vom ursprünglichen Aussehen nur wenige Merkmale erhalten blieben. Das Schloss wird heute als Schule genutzt und befindet sich in Gemeindeeigentum. Ein Park schließt sich an.
Barockschloss Rammenau
01877 Rammenau
Landkreis Bautzen
Das in den Jahren von 1721 bis 1737 erbaute Barockschloss Rammenau, im nordwestlichen Lausitzer Bergland gelegen, un-mittelbar an der A 4 nördlich von Bischofswerda, ließ der kurfürstlich-sächsische Kammer¬herr Ernst Ferdinand von Knoch nach Plänen des sächsischen Oberlandbaumeisters Johann Christoph Knöffel errichten. Nach seiner Herrschaft übernah¬men eine Reihe weiterer Herren das Schloss, bis 1794 Friedrich von Kleist, Rittmeister und Ritter des Johanniterordens, Herr auf Rammenau wurde. Dieser zählt zu den bedeutendsten Herren bezüglich der baulichen Entwick¬lung von Schloss und Park Ram-menau, denn vornehmlich durch ihn wurde die Anlage so gestal¬tet, wie wir sie heute vorfin¬den. Das Areal besteht aus dem Schloss, dem Wirtschaftshof, den Kavaliershäusern und dem Park mit seinem Schwanen- und Fontänenteich. 1820 erwarb Jo¬hann Centurius von Hoffmanns- egg die Herrschaft, die er 1788 schon einmal besaß. Ab 1880 war Kurt Christoph Ernst von Po- sern Herrauf Rammenau und von 1884 bis 1945 war Margarethe von Helldorf, geb. von Posern, Herrin der Anlage. Zur Zeit der Enteignung durch die Bodenre¬form befand sich Schloss Ram¬menau in einem bemerkenswert guten Zustand, da es nicht durch Kriegseinwirkungen gelitten hat¬te. Doch die Inneneinrichtung war größtenteils gestohlen oder zerstört. Im Jahre 1951 zog das Ministerium für Volksbildung in das Schloss, 1952 die Hochschu¬le für Bildende Künste Dres¬den. Erste Restaurierungsarbei¬ten nach Kriegsende wurden 1955 vorgenommen und 1962 umfassende denkmalpflegeri¬sche Arbeiten getätigt. Das Ge-schichtsmuseum wurde 1967 er¬öffnet und ein Jahr später eine Schlossgaststätte eingerichtet. Seit 1993 ist das Barockschloss Rammenau im Besitz des Frei¬staates Sachsen und die letz¬ten Restaurierungsmaßnahmen wurden 1997 abgeschlossen. Die Innenräume sind weitgehend neu ausgestattet. Das Restau¬rant und ein Cafe laden zur Stär¬kung und Erfrischung ein.

Burgruine Altrathen Felsenburg Neurathen
01824 Rathen
Landkreis Sächsische Schweiz
Dort wo östlich nach Pirna die Elbe einen scharfen Bogen in
den Nationalpark Sächsische Schweiz zieht, befindet sich der Kurort Rathen mit seiner Felsen¬bühne und den beiden Burgrui¬nen. Die Burgruine Altrathen in¬mitten der steil aufragenden Sandsteinfelsen, die 1261 erst¬mals urkundlich erwähnt wurde, ist in die Zeit des Mittelalters ein¬zuordnen und weist nur noch ge¬ringe Reste auf. Die Felsenburg Neurathen wurde von böhmi¬schen Rittern im 13. und 14. Jahr¬hundert angelegt. Sie wurde als Naturfestung mit in Felsen ge¬hauenen Gemächern und mittel-alterlichen Befestigungsanlagen geschaffen. Wehrgänge durch¬ziehen das Areal und über tiefe Felsenklüfte wurden Stege zum Übergang gelegt. Durch den Ar¬chäologen Alfred Neugebauerer- folgten in den 30er und 80er Jah¬ren des 20. Jahrhunderts Ausgra¬bungen auf der ehemaligen Felsenburg. Es war also nach den bisherigen Erkenntnissen nicht nur eine Verteidigungs¬oder Rückzugsburg, sondern eine Wohnburg. Hier standen Fachwerkhäuser, deren Böden aus Ziegelplatten bestanden, und fast in allen Bereichen wur¬den Kachelöfen nachgewiesen. Bemerkenswert ist auch die Was¬sergewinnung, indem man das Regenwasser von den Dächern über hölzerne Rinnen laufen ließ und in eine Zisterne leitete, so- dass stets genügend Wasser für Notfälle vorhanden war.

Schloss Reichstädt
01744 Reichstädt
Weißeritzkreis
Reichstädt liegt 5 km südwestlich der Kreisstadt Dippoldiswalde. Drei Flügel der Vierflügelanlage entstanden um 1535, nur der Nordflügel kam zur Gesamtanla¬ge erst 1765 hinzu. Der Hauptbau wurde dreigeschossig mit Walm¬dach ausgeführt, dagegen diean- deren Flügel zweigeschossig mit vorwiegend Mansarddächern. Der Südflügel ist an den Ecken von zwei schlanken, viergeschos-sigen Türmen mit kleiner Kuppel und Spitze begrenzt und am öst¬lichen Bau befindet sich ein rund- bogiger mit Wappen derer von Maltitz aus dem Jahre 1535. Am Gebäude zur Gartenseite hebt sich ein vorspringender Mittelri¬salit mit zweiläufiger geschwun¬gener Treppe hervor. Schönes Schmuckwerk wie Wappen, Mu¬schelwerk und Girlanden zieren den Risalit an den Fenstern. Das Schönberg’sche Wappen einer reich gezierten Attika bekrönt diesen. Im Innern blieb leider nichts Ursprüngliches erhalten. Das Schloss befindet sich in Pri¬vatbesitz und gelegentlich wer¬den Führungen auch nach Anmel¬dung angeboten. Der ehemalige englische Park erstreckt sich nördlich der Schlossanlage und ist frei zugänglich.

Lesen Sie mehr: Halong bay touren | Rundreisen Vietnam Kambodscha Laos | Mekong Delta Ho Chi Minh to Phnom Penh

Schlösser und Burgen von A-Z 57

Schloss Klippenstein
01454 Radeberg
Landkreis Kamenz
Radeberg, wohl den meisten be¬kannt durch das wohlschme¬ckende Bier, befindet sich 25 km nordöstlich von Dresden. Die Entstehungszeit des Schlosses geht auf das Jahr 1200 zurück. Klippenstein wird 1289 erstmals urkundlich erwähnt. Von der einstigen Anlage sind noch ein Wohnturm und Mauerreste so¬wie die Ruine des Eulenturmes erhalten. 1543-1546 wurde der Ausbau zum Amts- und jagd- schlossderwettinischen Fürsten unter Herzog Moritz vorgenom¬men. Es entstanden eine Dreiflü-gelanlage mit Innenhof und Re¬naissancegiebeln sowie ein re¬präsentativer Aufgang. In der Vorburg errichtete man Wirt-schaftsgebäude, Unterkünfte, Getreidespeicher und Stallun¬gen für Pferde. Veränderungen der Anlage brachten 1715 der ab-gebrochene Turm und 1772 ein umfassender Umbau, bei dem die Renaissancegiebel und eini¬ge Räume wieder verloren gin¬gen. Das Radeberger Heimatmu¬seum wurde 1953 gegründet, wobei die Sammlungen von 1903 übernommen wurden. Ur- und frühgeschichtliche Funde, histo¬risches Mobiliar und alte TürSchlösser, Glaskunst sowie Kunsthandwerksarbeiten und historische Waffen zeigen sich dem Auge des Besuchers. Die Radeberger Industriegeschichte und das Alltagsleben sowie eine Sammlung historischer Stadtan¬sichten in Zeichnungen und Foto¬grafien bereichern die Ausstel¬lung. In acht architektonisch sehenswerten Räumen wird die Geschichte der Stadt und Um¬gebung anschaulich vermittelt. Eine reichhaltige Fachbibliothek ergänzt das Ganze. Die „Hofstu¬be“ zeigt Sonderausstellungen und wird zu Vorträgen, Konzer¬ten und Feierlichkeiten genutzt. Das Turmzimmer zeigt Belege zur Baugeschichte des Schlos¬ses Klippenstein, vom „festen haus“ zum Renaissance-Jagd¬schloss der Wettiner und zur Ge¬schichte des Amtes Radeberg. 1993 wurde mit umfassenden Sanierungsarbeiten des Schlos¬ses begonnen.

Schloss Wackerbarth, Bennoschlösschen und Schloss Hoflößnitz
01445 Radebeul
Landkreis Meißen
Im nahtlosen Übergangvon Dres¬den nordwestlich nach Radebeul finden wir an den bekannten Wackerbarth’schen Weinbergen auch Schloss Wackerbarth sowie in unmittelbarer Nähe das Ben¬noschlösschen sowie Schloss Hoflößnitz. Wenn bereits um 1200 die hiesigen Rebflächen er¬wähnt wurden, so entstand doch das Schloss, das derGeneralfeld- marschall am Hofe Augusts des Starken, August Christoph Graf von Wackerbarth, als seinen Al¬tersruhesitz im Barockstil plante, erst 1730. Baumeister war Jo¬hann Christoph Knöffel, der gleichzeitig das Belvedere und den Weinkellererrichtete. Hierim Schloss lebte Graf von Wacker¬barth jedoch nur von 1731 bis 1734. Heute werden in der haus¬eigenen Kellerei erlesene Weine und Sekte produziert. Es stehen Räumlichkeiten für bis zu 150 Personen zur Weinverkostung, für Veranstaltungen oder Tagun¬gen zur Verfügung. In der ge-pflegten Parkanlage kann man Ruheund Erholungfinden. Das als „Steinernes Haus“ 1570 mitten im Weinberg erbaute Bennoschlösschen rechtfertigt durch ausdrucksvolle Renais¬sanceformen und reich geglie¬derten Gesamtumriss die Be¬zeichnung Schlösschen. Aus die¬sen weitläufigen Weinhängen, die mit architektonisch sehens¬werten Bauten besetzt sind, kommen wohlmundende Sekte und Weine. Das Bennoschlöss¬chen befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugäng¬lich. Das Schloss Hoflößnitz wurde 1650 auf einem Weinberggrund¬stück als Lustschlösschen für Kurfürst Johann Georg I. von Eze¬chiel Eckhardt erbaut. Im Jahre 1727 wurden erste Veränderun¬gen der Innenausstattung vorge¬nommen. Der russische General von Suckanoff-Podkolzine kauf¬te das Schlösschen 1899 und ließ Umbauten durch den Dresd¬ner Architekten Albert Pinkert vornehmen. Weitere Instandset¬zungsarbeiten erfolgten 1913 durch E. Högg. Ab 1901 befand sich das Schloss im Besitz des Hoflößnitzvereins und ging 1915 an die Gemeinde Oberlößnitz über. Es ist ein zweigeschossi¬ger, schlichter Bau, an dessen Nordseite in der Mitte ein acht¬seitiger Treppenturm angebaut ist. Im Inneren findet der Besu¬cher kunstvolle Deckenmalerei, die auf Leinwand aufgetragen wurde. Das Schlösschen Hoflö߬nitz beherbergt heute ein Wein¬baumuseum.
Schloss Radibor
02627 Radibor
Landkreis Bautzen
Nördlich von Bautzen, auf der B 96, biegt man nach ca. 8 km nach Radibor ab. Genannt wird hier 1441 ein Rittersitz des Hans von Bolberitz zu Radibor. Von 1463 bis 1563 gehörte das Anwe¬sen der Familie von der Planitz und 1589-1606 war es im Besitz der Familie von Haugwitz. In den Jahren von 1606 bis 1685 war auf Radibor ein häufiger Besitzer¬wechsel zu verzeichnen. Das für die Familie von Schack erbaute Schloss Radibor entstand in den Jahren 1709-1710 und war einst von einem Wassergraben umge¬ben. Ab 1765 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss von verschiedenen Her¬ren bewohnt, deren letzter Freiherr von Welck war. Es stellt ein schlichtes, zweigeschossiges Herrenhaus dar, das in der Mitte einen schmalen, mit Glasdach überdeckten Lichthof besitzt. Auf der Süd- und Nordseite befinden sich Risalite und zum Eingangs¬portal gelangt man über eine Treppe, die in eine bogige Brücke mündet. Dieses Portal, um 1910 ausgeführt, wird von vorgelegten Pilastern mit darüber befind¬lichen Halbreliefs begrenzt. In den rundbogigen Nischen der Gebäudefront standen vermut¬ ieh zu früheren Zeiten kunstvolle Figuren, die heute jedoch fehlen. Eine fünfläufige Treppe in der großzügigen Vorhalle bildet den Zugang zum Obergeschoss. Ab 1964 diente das Schloss als Sorbisches Lehrerbildungsinsti¬tut, dann als Schulinternat und schließlich als Lager. Die seitlich liegenden Wirtschaftsgebäude befinden sich in Privatbesitz und entsprechen baulich heute nicht mehrdem ursprünglichen Ausse¬en. Nur das Torgebäude weist noch den früheren Baustil auf. Im Parkmitaltem Baumbestand und chlossteich stehen zwei klei¬ne Gartenpavillons. Das Schloss unterliegt zurzeit keiner Nut¬zung.

Sehen Sie mehr: 2 Tages Tour Halong Bucht, Rundreise Kambodscha Vietnam Laos, Mekong Kreuzfahrt

Schlösser und Burgen von A-Z 56

Schloss Püchau
04828 Püchau
Muldentalkreis
Von Leipzig nach Wurzen auf der B 6 zweigt 6 km vor Wurzen die B 7 Richtung Bad Düben ab, auf der man nach ca. 7 km Püchau erreicht. Der heutige Schloss¬berg war bereits im 10. Jahrhun¬dert der Standort einer damali¬gen Burganlage. Die Bischöfe von Meißen erhielten 1040 das Kastell Püchau von König Hein¬rich III. als „weltlichen Besitz“ zugesprochen. Im Jahre 1652 wurde der Besitz in ein Erblehen umgewandelt und blieb bis 1945 in der Hand einer Familie. So be¬saßen die Grafen von Bünau das Schloss ab 1667-1807 und die Grafen von Hohenthal von 1807 bis 1945. Die Namen der Herr¬scheränderten sich lediglich dadurch, dass es bei manchen an männlichen Erben fehlte, aber durch Heirat der Familienbesitz erhalten blieb. Das Schloss stellt eine dreiflüglige Anlage dar, deren Nordseite durch ei¬nen zweigeschossigen Wehr¬gang geschlossen wird. Die Kreuzgewölbe im Erdgeschoss des Südflügels sind vermutlich die ältesten Teile aus dem 16. Jahrhundert. Einzelne Fenster¬gewände weisen Renaissance- ormen auf und der Westflügel besitzt einige barocke Elemente. Schloss Püchau erfuhr eine um- lassende Neugestaltung im Jah¬re 1807, nachdem es die Gra¬fen von Hohenthal in Besitz nahmen. Es entstanden Turm¬aufbauten, Wehrgänge und Zin¬nenkränze, wodurch man dem Schloss wieder einen burgarti¬gen Charakter gab. Im Treppen¬turm wurde eine Statue Hein¬richs I. aufgestellt. Im Jahre 1875 erfolgte die zweite neugotische Umgestaltung durch den Archi¬tekten Constantin Lipsius, der dem Westflügel eine schmu-cke Schaufassade vorlegte, zwi¬schen dem West- und Südflügel wurde eine eindrucksvolle Turm¬architektur mit Erkertürmen und Zinnenkranz gestaltet. Auch der Innenbereich bekam einen neu¬gotischen Stil, insbesondere durch Holzvertäfelung, wie man sie im so genannten „Waffen¬saal“ des Erdgeschosses und auch mit eingefügten Land-Schaftsdarstellungen im Speise¬saal vorfindet. An den Schloss¬berg grenzt ein umfangreicher englischer Park mit Wasserlauf und Teich an. In dem im Pri¬vatbesitz befindlichen Schloss werden nach Bekanntmachung auch Führungen vorgenommen.
Schloss Pülswerda
04886 Pülswerda
Landkreis Torgau-Oschatz
10 km südöstlich von Torgau, an der Elbe gelegen, befindet sich die kleine Gemeinde Pülswerda. Schloss Pülswerda ist ein reprä-sentatives Herrenhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde im Stile der englischen Neogotik erbaut. Ein zinnenbe-krönter mächtiger Turm erhebt sich aus der Mitte des Walmda¬ches, und die Gebäudeenden zie¬ren ebenfalls kleinere Türmchen der gleichen Bauweise, wie es beim angesetzten gedrungene¬ren Anbau sichtbar wird. Vermut¬lich lehnte man sich bei der Pla-nung des Schlosses an die tos¬kanische BauartderAdelspaläste des 13. und 14. Jahrhunderts an. Das Herrenhaus besitzt an der Gartenseite einen Balkon und das Dach ist mit Gauben versehen. Der später angesetzte Flügelbau wurde durch kleine, zinnenbe-krönte Ecktürmchen dem Haupt¬bau angepasst. Ein neobarockes Portal mit Wappen im Sturz bildet den Zugangzum Schloss. Zum Teil findet man im Innern noch eine reich gestaltete Kassettendecke im Vestibül und neobarocke Stuckdecken in den Räumen des Obergeschosses. Erhalten sind ebenfalls in damaliger Zeit gefer¬tigte Kachelöfen. In der Eingangs¬halle finden wir eine Marmorplas¬tik, die eine weibliche Figur mit zwei Kindern darstellt und ver¬mutlich 1880 von Johannes Hirt gefertigt wurde. Der an der Rück¬front des Schlosses angrenzende Park wurde im englischen Stil an¬gelegt. Die neugotische Kapelle, die heute nur noch als Ruine be¬steht, gehörte sicher zum Ritter¬gut. Mehrere Wirtschaftsgebäu¬de bilden den Gutshof, der dem Schloss vorgelagert ist. Die Anla¬ge ist in Privatbesitz und wird gegenwärtig restauriert. Geplant istderAusbauzueinem Hotel.
Altes und Neues Schloss Pulsnitz
01896 Pulsnitz
Landkreis Kamenz
Pulsnitz liegt zwischen Kamenz und Radeberg nördlich der A 4 und ist nicht nur bekannt durch seine Lebkuchen, sondern es besitzt auch eine Schlossanla¬ge. Bereits im 13. Jahrhundert stand hier eine alte Pulsnitzer Burg, deren Überreste noch am heutigen Schloss seitlich sicht-bar sind. Bernados de Pulsnitz soll laut einer Chronik der erste deutsche Besitzer gewesen sein. Als die Familie von Schlie- ben 1523-1580 die Herrschaft besaß, entstand das Eustachii- Haus, heute links vom Schloss¬tor als schlichter Renaissance¬bau mit Sitznischenportal. Dar¬an befindetsich ein Doppelwap¬pen derer von Schönberg und Carlowitz. Ein gewaltiges Man¬sardenwalmdach bekam das Eustachii-Haus im 18. Jahrhun¬dert. Der lang gestreckte zwei¬geschossige Bau gegenüberlie¬gend war das Barockschloss, das in den Jahren 1718-1728 er¬baut wurde. Der königlich-pol¬nische, kurfürstlich-sächsische Kammerjunker Johann George von Maxen war der Bauherr des Schlosses. Die folgenden Besit¬zer waren 1747 Johanne Sophie von Gersdorf, geb. von Maxen, verheiratet mit dem königlichen Oberst Johann Nikolaus von Gersdorf, es folgten 1749 Hein¬rich August von Gersdorf, As¬sessor am Oberamtsgericht in Bautzen, und 1798 Johanne Henriette Eleonore von Posern, geb. von Gersdorf, verheiratet mit dem Rittmeister Wilhelm Ernst von Posern. Curt Ernst von Posern, Klostervogt von Marien¬stern, besaß das Anwesen ab 1827. Er wurde vom König zum ständigen Mitglied der Hohen Ersten Kammer ernannt. Weite¬re Herren aus dieser Familie folgten als Besitzer, bis das Schloss 1948 als Lungenheil- Stätte genutzt wurde. Ab 1990 wurde es Wittgensteiner Klini¬ken GmbH. Heute finden die ver¬schiedensten Veranstaltungen in der gesamten Anlage statt. Ein gepflegter Park mit Blumen¬rabatten und vielen Spazier¬wegen trägt zur Gesundung und Erholung der Patienten bei.

Lesen Sie mehr: Halong Bucht 2 Tagestour | Laos Kambodscha Vietnam Rundreise | Mekong Kreuzfahrt Vietnam Kambodscha

Schlösser und Burgen von A-Z 55

Schloss Pomßen
04668 Pomßen
Muldentalkreis
Weithin sichtbar ist der mächtige Turm des Pomßener Schlosses, das sich 10 km westlich von Grim¬ma im gleichnamigen Ort befin-det. Im 15. Jahrhundert bekam die Familie von Pflugk das bereits 1255 als Rittergut eines Adelsge¬schlechts erwähnte heutige Schloss zu Lehen. Die Familie von Ponickau besaß die Grund¬herrschaft von 1536 bis 1783, für dessen Geheimen Rat und kur-fürstlichen Kammerherrn Hans von Ponickau in der Mitte des 16. Jahrhunderts der Neubau des Herrenhauses entstand. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Renaissancebau im Stile der englischen Neugotik umgestal¬
tet. Leider wurde in den fünfziger Jahren ein Großteil des neu¬gotischen Schmuckes beseitigt. Heute zeigt sich dem Betrachter ein schlichter, zweigeschossiger Rechteckbau, der an der Haupt¬front einen viergeschossig ho¬hen und achteckigen Treppen¬turm mit Zinnenkranz hat. Hier finden wir noch geringen neugo¬tischen Bauschmuck sowie ein im Tudorstil gehaltenes Ein¬gangsportal. Im Satteldach des Schlosses, das an den Stirnsei¬ten von Treppengiebeln einge¬fasst ist, befinden sich stehende Gauben, an der Rückfront ein schwacher Mittelrisalit mit ab¬schließendem Treppengiebelso- wie eine Gartenterrasse. Eine steinerne Wendeltreppe im Turm gestattet den Zugang zum Ober¬geschoss. Erhalten blieb im gro¬ßen Saal das ovale Deckenge¬mälde mit der Darstellung einer Götterversammlung, wohl um 1720/30 entstanden. Teilweise wird das Anwesen samt Park mit altem Baumbestand, angelegt in der zweiten Hälfte des 19. Jahr¬hunderts, von einer Steinmauer umgeben. In der Vergangenheit wurde das Schloss als Schule und Ferienheim genutzt. Heute ist es leer stehend. Es besteht der Wunsch der Gemeinde, es wieder in seinem neugotischen Stil herzustellen und einer Nut¬zung zuzuführen, stellt doch das Schloss das Wahrzeichen des kleinen Ortes dar.

Schloss Prießnitz
4651 Prießnitz
Landkreis Leipziger Land

Als ein reizvolles und geschichts-trächtiges Dorf im Nordwesten Sachsens, in der Gemeinde Eu¬latal, nur 6 km südwestlich von Bad Lausick, präsentiert sich uns das 1000-jährige Prießnitz. Hier stehen auch das Renaissance-schloss und ein frühbarockes Rit¬tergut der Familie von Einsiedel. Von den weithin sichtbaren drei türmen des Ortes gehören zwei zu diesen beiden Objekten, die sich auf einem Territorium des von Otto dem II. errichteten alten Kö¬nigshofes „Bresnize“ befinden. Diesen schenkte er 977 dem Bis- um Merseburg, der vom 14. Jahr¬hundert an als Herrensitz der ge¬nannten Adelsfamiliediente. Eine Urkunde von 983 belegt, dass das Dorf Prießnitz („villam Bresniza“) zum Magdeburger Bistum ge¬hört. In den Jahren 1605-1606 wurde das Schloss auf dem alten Königshof neu gebaut, in den fol¬genden Jahrhunderten mehrfach verändert und erhielt erst 1920 seinen Turm. Sehenswert sind der westliche Giebel und dassüdliche Portal sowie im Inneren ein De¬ckengemälde des Festsaales. Oft wird in Unkenntnis von Besu¬chern der beiden historischen Ge¬bäude das prachtvolle Rittergut, das seit 1741 seine heutige Ge¬stalt erhielt, für das Schloss ge- Schloss halten. Schloss Prießnitz wird Prießnitz heute von der Gemeinde genutzt. Die Idee, es über einen Investor zu einem Tagungshotel mit Reit¬halle und Golfplatz zu gestal¬ten, wäre eine denkbare Lösung für die Prießnitzer, um die ge-schichtsträchtige Anlage zu er¬halten.

Schloss Proschwitz
01665 Proschwitz
Landkreis Meißen
DieserOrt grenztim Nordenandie Stadt Meißen an. Schloss Prosch¬witz wird erstmals 1380 als Ritter¬sitz genannt und steht hinter dem Hochufer der Elbe. Die Witwe des Großkanzlers, Gräfin von Beich¬lingen, ließ 1704 einen erweiter¬ten Schlossneubau errichten. Die Architekten waren William Los¬sow und Max Hans Kühne, die 1914 für die Fürsten zur Lippe das Schloss in barocken Formen er¬weitert und ausgestattet haben. Weitere Erneuerungen gab es ab 1950. Die Anlage zeigt sich als zweigeschossiger, verputzter Bau mit Mansarddächern und be¬sitzt Steh- und Fledermausgau¬ben. Der Haupttrakt besitzt ein Portal an der östlichen Hoffassa¬de. Das Eingangsportal ist in Sandstein gefertigt und an der Südfassade des Osttraktes befin¬det sich ein vorgelegter Balkon in schlichter klassizistischer Aus¬führung aus den Jahren um 1820. Der angrenzende Park liegt an der Westfassade des Osttraktes, wel¬cher ein Eingangsportal und das Treppenhaus beherbergt. Einen interessanten Bau stellt auch das Dienerschaftshaus von 1770 dar. Das neubarocke Einfahrtstor im Schlosshof ist mit einem ge¬schmiedeten Gitterflügel sowie großem Wappen der Fürsten Lip¬pe versehen. Ein überlebensgro¬ßer, gerüsteter Krieger aus Sand¬stein gehauen, aus dem 17. Jahr-hundert, wurde einst als Ge¬schenk aus Fontainebleau hier aufgestellt. Der Schlosspark ist eine geometrisch-französische Anlage des frühen 18. Jahrhun¬derts, und im Anschluss finden wir im Gelände des Knorrgrundes einen englischen Landschafts¬garten des 19. Jahrhunderts. Das Schloss, heute Weingut, ist wie¬der im Besitz der Familie von der Lippe.

Für mehr Infos: Halong Bucht 2 Tage, Rundreise Vietnam Laos Kambodscha, Mekong Kreuzfahrt Vietnam

Schlösser und Burgen von A-Z 54

Burg der Eversteiner Schloss der Vögte Burgruine Dobenau
08523/08529 Plauen
Kreisfreie Stadt
Plauen ist die Metropole des Vogtlandes, in dessen Zentrum sich die Schlösser befinden. Die einstige Burg der Eversteiner, des gleichnamigen Grafenge¬schlechts, war wohl der Aus¬gangspunkt der geschichtlichen Entwicklung Plauens. Ihre Ent¬stehung ist in die Zeit um 1190- 1200 zu datieren. Als Heinrich der Löwe gestürzt wurde, traten auch dieEversteinerzurückundsoteil- ten sich 1238 die Söhne Heinrichs IV. von Weida den Besitz. Mit Heinrich l.von Plauen beganndie Linie der PlauenerVögte. Vermut- lich als dieser das Schloss über der Neustadt erbauen ließ, be¬gann die Everstein’sche Burg zu erfallen. Die Stadt erwarb 1590 das marode Gebäude und ließ an dessen Stelle auf den Grundmau-fen vermutlich 1727 das heutige barocke Malzhaus errichten. Die Bezeichnung der einstigen Burg owie der Grafen in der Literatur ist unterschiedlich, so wird die Burg als Eversteiner und die Grafen als Ebersteiner beschrieben. Umfangreiche Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten vollziehen sich seit der Wiedervereinigung Deutschlands an diesem Gebäu¬de, das als Kulturzentrum ge¬nutzt wird. Auf einem Hochplateau überder Neustadt erhebt sich dasSchloss der Vögte, einst ein politisches Zentrum im mittleren Vogtland. Es ist eine Anlage, die sich vom 13. bis 17. Jahrhundert entwickelt hat. Hier residierten die Vögte von Plauen, bis sie 1466 die Herr¬schaft an die Wettiner abgeben mussten. Kaiser Karl IV. hatte hier 1358 Quartier genommen, 1430 erstürmten die Hussiten das Schloss, Kaiser Karl V. hielt sich hier vor der Schlacht bei Mühl¬berg im Schmalkaldischen Krieg auf.isoöließsich Markgraf Fried¬rich von Brandenburg in den Ge-mächern verköstigen. Zwischen 1547 und 1563 herrschten noch¬mals die Burggrafen Heinrich IV., V. und VI., das alte Vögtege¬ schlecht. 1548 wurde das Schloss durch den großen Stadtbrand fast völlig zerstört. Weitere Ver¬änderungen entstanden 1852 durch den Anbau an die heute noch bestehendeStrafanstaltmit dem so genannten Roten Turm, der 1954 wieder aufgebaut und 1984 saniert wurde. Er ist das ein¬zige Überbleibsel der mittelalter¬lichen Anlage, die die Alliierten 1945 mit ihren Bombenangriffen weitgehend vernichtet haben. Als Ruinen existieren noch der Nordturm, Teile des Palas-Quer¬baus von 1675 und des Berg¬frieds. Das Schloss war in die Be- festigungsanlageeinbezogen. Es wird heute von staatlichen Ein¬richtungengenutzt.
Die Burgruine Dobenau, einst eine kleine mittelalterliche Wehr¬anlage, ist auf einer abfallenden Felszunge zum Syrabachtal hin nordwestlich der Altstadt zu fin¬den. Ihre Existenz dauerte jedoch nur bis Anfang des 14. Jahrhun¬derts. Die Ringmauerwaraus un-regelmäßigem Bruchstein gefer¬tigt. Die 1470 gebaute St.-Wolf- gangs-Kapelle entstand aus dem Material der Ruine, doch ab 1530 verfielsiezusehends.

Burgruine Plohn
08228 Plohn
Vogtlandkreis
Südöstlich von Reichenbach und nördlich von Auerbach liegt auf halber Strecke in der Nähe der B 94 Plohn. Dieses ehemalige Rit-tergut wurde urkundlich erstmals 1140 erwähnt. Nachdem es 1633 vollständig zerstört wurde, ent¬stand die Anlage eines Rittergu-tes mit Herrenhaus. Im Jahre 1804 trug man es bis auf einige Reste ab und gestaltete hier einen Ter¬rassenbereich. Die mittelalter-lichen Kellergewölbe, teils aus dem gewachsenen Fels gehauen, wurden 1972 restauriert.

Schloss Podelwitz
04680 Podelwitz
Muldentalkreis
Von Colditz in nordöstlicher Rich¬tung erreicht man nach ca. 10 km den Ort Podelwitz. Landschaft¬lich reizvoll präsentiert sich das Tal der Freiberger Mulde be¬sonders in der Gegend des Dörf¬chens. Bereits 1286 wird ein Hein¬rich von Schellenberg erwähnt, derwohl noch im hölzernen Burg¬bau seinen Wohnsitz hatte, der zum Schutz der Muldendurch¬fahrt diente. Das Wasserschloss entstand im 15. Jahrhundert und wird erstmals 1487 urkundlich er¬wähnt. Der erste Besitzer soll Hans Ernst von Schellenberg ge-wesen sein. Dieser Familie folgte 1583 Hans Rudolph, was aus ei¬ner Kirchenrechnung hervorgeht, und 1596 wird ein Hermann von Heynitz als Mitbesitzer genannt. Die andere Hälfte gehörte einem von Schellenberg, der später ins Kloster nach Geringswalde ging. SogingdessenAnteilan die Fami¬lie von Carlowitz auf Oberraben¬stein. Wolf-Friedrich von Schel¬lenberg verkaufte letztendlich das Schloss, da er stark verschul- ,ietwar.Abi650wechselten häu¬fig die Besitzer von Schloss Po¬delwitz. Durch Ulrich Maximillian von Rechenberg entstand von 1691 bisi693dasneue Hauptpor¬tal an der Ostseite des Schlosses und über dem Eingang das Wap¬pen des Freiherrn. Doch bereits nach drei Jahren hatte sich Maxi- millian finanziell verausgabt und musste das Anwesen verkaufen. Sein Nachfolger, Moritz von An- kelmann, starb 1722 und die ver¬witwete Stiftsrätin Magdalene Elisabeth von Kotteritz, eine ge¬borene von Meuselbach, zog in das Schloss, das sie 1730 ihrem Sohn Wolf Gottlob von Kotteritz übertrug. Ein besonderes Ereig¬nis für Podelwitz war der 25. November 1756, als Friedrich der Große mit General Grumkow nach Dresdenzogund imSchloss am 2. September 1757 sein Hauptquartier aufschlug. 1857 war hier Kronprinz Albert von Sachsen, der spätere König, zu Gast und 1870 nächtigte König Johann im Schloss. Wie bei den meisten Schlössern besaß auch Podelwitz bis zur Bodenreform 1945 noch eine Anzahl weiterer Besitzer. 1893 erfolgte ein Anbau an den rechteckigen Hauptbau. Danach zogderGutsbesitzervon Collmen nach Podelwitz. Letzter Eigentümer bis zur Enteignung war Wenzel Freiherrvon Reiswitz. Schloss Podelwitz zählt zu den wenigen in Deutschland erhalte¬nen Wasserschlössern. Der drei¬geschossige Bau wurde aus Steinen und Ziegeln errichtet, die Tür- und Fenstergewände aus Porphyrtuffen. Kriegerfigu¬ren schmücken die mit Voluten¬giebeln verzierten Erker. Die Ge¬meinde wurde 1952 Eigentümer und ein Kindergarten wurde im Schloss untergebracht sowie Wohnungen geschaffen. Nach der Rekonstruktion 1991 ent¬stand im Schloss eine Heimatstu¬be, die das frühere Leben sowie Sitten und Bräuche der hier an¬sässigen Menschen dokumen¬tiert. Das angrenzende Mul¬denschlösschen wurde 1867 er¬baut und erhielt 1995 den Sonderpreis im Wettbewerb „Modernisierung in den neuen Ländern“.

Besuchen Sie uns unter: Halong Bucht 1 oder 2 Tage | Vietnam Kambodscha Laos Rundreise | Mekong Kreuzfahrt Kambodscha

Schlösser und Burgen von A-Z 53

Schloss Pfaffroda
09526 Pfaffroda
Mittlerer Erzgebirgskreis
Ort und Schloss liegen nördlich von Olbernhau, nahe der tsche¬chischen Grenze an der B 171. Schloss Pfaffroda erhebt sich auf einem Felsvorsprung und wurde ursprünglich Anfang des 13. Jahrhunderts von Weltgeist¬lichen im Aufträge des Klosters Ossegg als Hof Pfaffroda erbaut. Die Herren von Schönberg auf Purschenstein wurden bereits im 14. Jahrhundert durch den Markgrafen von Meißen mit die¬sem Besitz belehnt. In dieser Zeit entstanden hier auch die ersten festen Gebäude, die durch Mauern verbunden wa¬ren. Die Kirche wurde 1480 er- baut, der heute noch erhalten gebliebene achteckige Turm entstand im Jahre 1578. Weitere Gebäude schlossen sich an, so- dass der Schlosshof vollständig umschlossen wurde. Im Drei¬ßigjährigen Krieg wurde das Schloss 1643 teilweise zerstört, und in den folgenden Jahrzehn¬ten wurde emsig am Wiederauf¬bau gearbeitet, wobei weitere Bauten hinzukamen. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gab es kei¬ne wesentlichen Veränderun¬gen mehr, bis 1953 ein Brand im Dachstuhl das Gebäude erheb¬lich zerstörte. Der Wiederauf¬bau wurde kurze Zeit später in Angriff genommen. Bereits 1947 richtete man im Schloss ein Feierabendheim ein. Die Liebe und Verantwortung unseren älteren Menschen gegenüber spiegelt sich in der hervorragen¬den Innenausstattung und Be¬treuung wider. Ein vorzüglich eingerichteter Speisesaal, die gemütliche Heimgaststätte und ein Klubraum laden zum geselli¬gen Beisammensein ein. Ein Festsaal mit Bühne bietet die Voraussetzungen für diverse Veranstaltungen. Der gepflegte Innenhof mit Springbrunnen strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. Zur Schlossanlage gehört die große Garten- und Parkanla¬ge, deren über 100 Jahre alte Bäume nur noch vom kupfergrü¬nen zwiebelförmigen Turm der Kirche überragt werden.
Schloss Rottwerndorf, Schloss Zehista,
Schloss Zuschendorf
01796/01782 Pirna
Landkreis Sächsische Schweiz
Die Kreisstadt Pirna liegt südöst- der Landeshauptstadt Dres-den an der B 172. Ein sehr impo- santes Schloss, das unbedingt
zur Erhaltung der Nachwelt re¬stauriert werden sollte, steht im Ortsteil Rottwerndorf, der ca. 4 km südöstlich von Pirna liegt. Einst stand hier an den Hängen des Erzgebirges, an der Gottleu¬ba gelegen, eine um 1337 erst¬mals erwähnte Wasserburg. Kur¬fürst August ließ in der Mitte des 16. Jahrhunderts an ihrer Stel¬le für den Gesandten Demian von Sebottendorf das heutige Schloss errichten. Spätere Besit¬zer waren die Herren von Miltitz, von denen es dann in bürgerli¬ches Eigentum, an den Dresde¬ner Tabakfabrikanten W. Pietz, ging, bis es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Stadt Pirna kam. Das Schloss stellt ein zweigeschossiges rechteckiges Bauwerk mit steilem Satteldach und vier über Eck gestellten erkerartigen Flügelbauten mit Volutengiebeln dar. Die Fassade ist reich gegliedert und an der Rückseite wurde ein ebenfalls schmuckvoller achteckiger Trep-penturm vorgelagert. Über des¬sen Sitznischenportal ist ein Wappen eingelassen. Ein offe¬ner, von Pfeilern gestützter Arka-dengang schließt an den Turm an. Gegenüber liegen der ehe¬malige Schlossparkmitdem lang gestreckten Bau der früheren Orangerie und ein Mausoleum im klassizistischen Stil. Zurzeit ist das Schloss noch ohne Nut¬ung und verfällt zusehends. Der Park soll der Öffentlichkeit zu¬gänglich gemacht werden. Die Ortsteile Zehista und Zu¬schendorf befinden sich 2 km südlich von Pirna. Die Erster¬wähnung des Schlosses in Ze¬hista geht auf das Jahr 1355 zu¬rück. Es wird 1458 als Vorwerk sowie 1551 als Rittergut bezeich¬net und erlebte einen häufigen Besitzerwechsel. Siegmund von Liebenau nahm 1656 bauliche Erweiterungen vor. Generalleut¬nant Kuno Christoph von Brück¬holz, Kommandant der Festung Königstein, erwarb das Gut 1695 undabi736waresim Besitz des Grafen von Brühl. In der Folge er¬fuhr das Schloss weitere Verän¬derungen durch den Bau des westlichen Turms, der Schloss¬kapelle sowie des östlichen Flü¬gels. Ab 1945 diente das Gebäu¬de für Notwohnungen. Die bei¬den Anbauten der winkligen Schlossanlage trugen einst Vo¬lutengiebel, die später in Spitz¬giebel verändert wurden. Der mächtige quadratische Turm trägt eine barocke Haube mit of¬fener Laterne und am Abschluss eine Wetterfahne. Ein Park mit altem Baumbestand und eine Teichanlage grenzen an das Schloss, das teils mit Wohnun- gen belegt ist. Vor dem heutigen Landschloss Zuschendorf stand auf dem Petrefactenberg im Seidewitztal nachweislich im 11. Jahrhundert eine Burg, deren Reste noch im Schlossbereich zu sehen sind. Eine Sage erzählt davon, dass nach Anfang des 15. Jahrhun¬derts die zweite Gemahlin des Otto von Carlowitz ihrem Mann das zwanzigste Kind gebar, wo¬für der König von Böhmen ihm das Zuschendorfer Anwe¬sen schenkte. Die Burg wurde spätervon Hans II. von Carlowitz zum Schloss umgebaut. Er war auch Verfechter der letzten Bi¬schofsfehde in Sachsen, dem Saukrieg (1555-1558). Während dieser Fehde verjagte Carlowitz den Bischof Johann IX. von Mei¬ßen nach Prag und erbeutete bei Mügeln 900 Schweine aus bi¬schöflichem Besitz. Erstarkte so die Macht des sächsischen Kur¬fürsten August, da der Bischof als Bittsteller an den Dresdner Hof zurückkehren musste. Als die Herrschaft von Carlowitz in Zuschendorf 1695 zu Ende ging, wechselten noch häufig die Ei-gentümer. Im Laufe der folgen¬den Kriege verkleinerte sich der Besitz und das Schloss wurde schwer beschädigt und geplün¬dert. Es überstand die beiden Weltkriege unbeschadet. Im Jahre 1947 begann man mit teil¬weisem Abriss aus politisch mo¬tivierten Gründen, doch die Re¬naissance- und Barockteile blie¬ben erhalten. Durch den Kauf vom VEG Saatzucht Zierpflan¬zen Dresden 1988 und den Plan, hier eine Schausammlung zu präsentieren, konnte der gänzli¬che Verfall des Schlosses ver¬hindert werden. Eine Erhaltung des verbliebenen Schlosses ist vorgesehen. Die angrenzende Kirche wurde seinerzeit von Hans II. von Carlowitz gestiftet und ist durch einen Brücken¬gang mit dem Schloss verbun¬den. Eine Gaststätte befindet sich am Schloss.

Sehen Sie mehr: Halong Bucht Dschunke, Laos Vietnam Kambodscha Rundreise, Mekong Kreuzfahrten