Schlösser und Burgen von A-Z 63

Burg Scharfenstein
09435 Scharfenstein
Mittlerer Erzgebirgskreis
Südöstlich von Chemnitz, nach der Stadt Zschopau, erreicht man nach weiteren ca. 6 km in Rich¬tung Annaberg-Buchholz das Örtchen Scharfenstein. Der im 12. Jahrhundert als „Miriquidi“ oder „Dunkelwald“ bezeichnete un¬durchdringliche, gefahrenreiche Wald des Erzgebirges wurde erst um 1150 durch bäuerliche Siedler erschlossen. Kaiser Friedrich I. Barbarossa machte auch diesen Teil des Erzgebirges zu seinem Herrschaftsgebiet. Es entstan¬den in dieser Gebirgsregion ent¬lang der Zschopau zur Sicherung der Furten und Wege eine Reihe von Burgen, so in Zschopau und Wolkenstein sowie in Greifen¬stein und Scharfenstein. Die ge¬naue Entstehungszeit der Burg Scharfenstein ist nicht bekannt. Urkundlich erstmals erwähnt wird sie 1349/50 im Lehn buch der Markgrafen von Meißen. Die Her¬ren dieser Anlage waren die von Waldenburg, deren Stammsitz und Machtzentrum die gleichna-mige, um 1165-1172 errichtete Burg war. Um 1300 gelangte auch die Burg Rabenstein bei Chem¬nitz in ihren Besitz. Die Herren von Waldenburg waren ökonomisch und politisch die stärksten Feu¬dalherren des Pleißenlandes.
Eingegangen in den wettinischen Besitz ist das Territorium mit der Heirat der Kaisertochter Marga¬rete und 1310/11 wurde es Fried¬rich dem Freidigen erblich zuge¬sprochen. Unter wettinischem Einfluss stehend, begann im 14. Jahrhundert der Untergang der Herren von Waldenburg, sie ver¬kauften nach und nach ihre Besit¬zungen. Burg Scharfenstein ge¬hörte zu den Letzten, die sie auf- gaben, doch 1437 verpfändete Heinrich von Waldenburg auch diese für 1500 rheinische Gulden an Wolf von Wolfersdorf. 1445 fiel die Herrschaft Scharfenstein an die Wettiner, da die Waldenburgs sie aus Geldmangel nicht zurück¬kaufen konnten. Von nun an ge¬hörte sie zum kurfürstlichen Ei¬gentum. 1456 erwarb Kurfürst Friedrich II. die Herrschaft und 1472 übernahm sie Heinrich von Schönburg, der damalige Amt¬mann der heutigen Augustus- burg. Weitere Besitzerfolgten. Im Januar 1492 ging die Burg an Heinrich von Einsiedel über. Die¬ses Geschlecht besaß Scharfen¬stein durch alle Generationen bis 1931. Die Herren von Einsiedel ge¬hörten zu den einflussreichsten Adelsfamilien im Lande Sachsen. NachderTeilungdes Familienbe¬sitzes 1535 bekam Heinrich Abra¬ham von Einsiedel die Burg. Er war gleichzeitig Amtmann zu An- naberg und herzoglich-sächsi¬scher Rat. Ohne männliche Erben 1568 verstorben, ging der Besitz an die Söhne seines bereits 1557 verstorbenen Bruders Heinrich Hildebrand über. Diese teilten ihre Besitzungen auf und es ent¬standen vier Linien: Sahlis, Scharfenstein, Gnandstein und Syhra. Heinrich Karl Feodor Kurt war letzter Besitzervon Scharfen¬stein. Unfähig, seinen Besitz zu wahren, wirtschaftete er die Burg herunter. Seine zwölf Jahre jün¬gere Frau Elise Dorothea Salow, geb. von Niethammer, lief ihm da¬von, die Ehe wurde 1917 geschie¬den. 1919 verkaufte der „Lebe- mann“die BurganGraf KurtHau- bold Alexander. Am 22. Septem¬ber 1931 wurde Scharfenstein für 330 000 Markanden Fabrikbesit¬zer Fritz Eulitz aus Grünau verstei¬gert. Als begeisterter Ornitholo¬ge ließ er in Scharfenstein ei¬ne Vogelschutzstation errichten. Unter der sowjetischen Besat¬zungsmacht wurden 1945 wert¬volle Kunstgegenstände und his¬torisches Mobiliar beschlag¬nahmt und weggeschafft, ebenso wurde Fritz Eulitz entschädi¬gungslos enteignet. 1947 war Scharfenstein Schulungsstätte derSED-KreisleitungMarienberg und Annaberg. 1949 war die Burg für ein Jahr Bergbauschule, da¬nachwurden hierbisi967schwer erziehbare Kinder untergebracht und später ein Jugendwerk¬hof eingerichtet. Heute gehört Burg Scharfenstein zur Säch¬sischen Schlösserverwaltung. Mittelpunkt der Wehranlage im romantischen Zschopautal war der Bergfried. An diesen schloss sich ein festes Haus an, der Palas (heute Ruine), von dem man über den Burghof in den Bergfried ge-langte. Dies stellte wohl die ei¬gentliche kleine Burgwarte dar. Der Rundbau wurde vermutlich zu Wohnzwecken genutzt. Die Burgerfuhrim 14. bis 16. Jahrhun¬dert mehrere Veränderungen und wurde vergrößert, so entstanden auch die Renaissancebauten. Im 16. Jahrhundert kamen das Tor¬haus, der Witwen-, Wohn- sowie der Gesellschaftsflügel hinzu. Heinrich Abraham von Einsiedel gab der Burg nach 1535 im We¬sentlichen die heutige Gestalt. Im 16.Jahrhundert erhielten die Wohnräume reiche Malereien. Im 17.Jahrhundert entstand das Re¬naissanceportal am Aufgang zur Burg. 1921 fiel die Burg einem Brand zum Opfer, weshalb man heute nur noch schwache Ran¬kenornamente erkennen kann. Leider wurden auch der Rittersaal mit seiner Kassettendecke und insgesamt drei Viertel der Anlage mit Inventar bei diesem Brand vernichtet. DerGründerderDeut- schen Burgenvereinigung, der Geheime Hofbaurat Professor Bodo Ebhardt aus Berlin-Grune- wald, wurde als Baumeister zum Wiederaufbau nach dem Brand gewonnen, der 1923 abgeschlos¬sen wurde. In derzu dieser Zeit er¬richteten Kapelle ist eine Gast¬stätteeingerichtet. Heute kann in der Burg das erzgebirgische Weihnachts- und Spielzeugmu¬seum mit der Ausstellung „Die Sehnsucht nach dem Licht“ be-sichtigtwerden.

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Schloss Schieritz
01665 Schieritz
Landkreis Meißen
Der Ort ist schwer zu finden, da er in den meisten Karten nicht ver¬zeichnet ist. Von Meißen in Rich¬tung Riesa, auf der B 6, erreicht man nach ca. 8 km das Städtchen Zehren. Hier biegt eine Straße nach Lommatzsch ab, und nach kaum 3 km erreicht man Schieritz. Der 1350 genannte Herrschafts¬sitz, das Schloss und ehemalige Rittergut, stehen aufeinem Sporn über dem Tal des Ketzerbaches und dem DorfSchieritz. Georgvon Schleinitz erwarb die Burg und Herrschaft im Jahre 1549. Der schmale Nordteil des Westflü¬gels entstand 1556. Nachdem die mittelalterliche Burg 1601 abgebrochen war, entstand das Schloss als einheitlicher aufra¬gender Winkelbau mit hohem Treppenturm. Erbauer waren Hans von Schleinitz und seine Ge¬mahlin Maria von Sundthausen. Bauteile von 1556 wurden in den Neubau mit einbezogen. Ver¬schiedene Besitzer wechselten nach 1849 in der Schlossanlage, so u. a. 1862-1869 Prinz Georg von Sachsen, der spätere König. Am Ende des 19. jahrhunderts brach man den Südostbau ab und errichtete an dessen Stelle das Pächterhaus. Dem Abbruch von Gebäuden folgte das nordwest¬liche Wirtschaftsgebäude und die Schlossdächer wurden mit großen Neorenaissance-Zwerch¬häusern bereichert. Zwischen Süd- und Westflügel wurde ein achteckiger, 40 Meter hoherTrep- penturm eingestellt und bekam eine Haube. Eine Wendeltreppe führt nach oben, wobei diese im oberenTeilaus Eichenblöcken be¬steht. Am Schloss finden wir zwei in Sandstein geschaffene Renais¬sanceportale und schräg gestell¬te Fenster. Die Anlage ist bewohnt und nicht frei zugänglich.

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