Schlösser und Burgen von A-Z 67

Schloss Schwarzenberg
08340 Schwarzenberg
Landkreis Aue-Schwarzenberg
Auf der längsten Ferienstraße Sachsens, der Silberstraße B 101, gelangt man von Aue kom¬mend in die Stadt Schwarzen¬berg. Auf einem Felsen stehend sieht man das Wahrzeichen der Stadt, das Ensemble aus weißem Schloss und Sankt Georgenkir¬che. Das landschaftlich reizvolle Gebiet war Anfang des 12. Jahr¬hunderts noch gänzlich unbesie- delt. Bewaldete Berge und Täler, durchzogen von zahlreichen klei¬nen Flüssen und Bächen, gaben derGegend einen Urwaldcharak¬ter. Vermutlich war es 1212 Her-zog Heinrich von Melk, der als erster Kolonisator auf dem Felsmassiv vor dem heutigen Schwarzenberg eine Burgmit ge¬ringen Ausmaßen errichtete. Sie hatte ihre Bestimmung darin, den Übergang des Schwarzwas¬sers zu sichern; denn bereits vor Errichtung der Burg gab es hier einige Wege und Pass-Straßen, die zum regen Handel mit Böh¬men genutzt wurden. So häufig sich die baulichen Veränderun¬gen vollzogen, so oft wechselten in den Jahrhunderten auch die Besitzerdes heutigen Schlosses. Um 1250 vermutet man die Vögte von Plauen und Gera oder die Herren von Elsterberg-Lobde- burg auf Schwarzenberg. Otto von Leisnig übernahm die Burg 1382, sie blieb in dessen Linie bis 1425. Aufgrund hoher Verschul¬dung dieses Geschlechts erwarb Wilhelm I. von Tettau sie 1425 käuflich. Weitere Tettauer folg¬ten, bis 1524 der Letzte dieses Geschlechts, Georg Wilhelm von Tettau, verstarb. Seine Gemahlin Eufemia wohnte noch bisi532 im Schloss. Im Laufe der Herr¬schaftszeit über vier Generatio¬nen wurde dem Schloss arg mit¬gespielt, wenn man den Über¬lieferungen Glauben schenken kann. Am 2. Osterfeiertag 1430 sollen die Hussiten unter Prokop Burg und Stadt gestürmt und niedergebrannt haben. 1495 be¬schädigte ein Stadtbrand das Schloss und 1524 belagerten es aufständische Bauern, die sich jedoch friedlich mit dem Schloss¬herren einigten und davonzogen. Als Kurfürst Johann Friedrich von Weimar 1533 das Schloss kaufte, befand es sich in einem erbärm¬

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lichen Zustand. Im Schmalkaldi- schen Krieg, nachdem er fast alle seine Besitzungen verloren hat¬te, übernahm Kurfürst Moritz 1547 Schwarzenberg. Nach zwei¬maligem Einfall unter General Holk im Dreißigjährigen Krieg wurden durch Fürsprache des Bergbeamten Andreas Weigel Stadt und Schloss vor Brand¬schatzung bewahrt, jedoch durch Soldaten geplündert und teilweise zerstört. Bereits ein knappes Jahr später fiel Oberst Schönickel ins Land ein, brand¬schatzte und zog ab, wonach ei¬nen Monat später 200 Dragoner nachts Schloss und Stadt plün¬derten. Jahrzehnte waren nötig, um sich von den schweren Schlä¬gen in diesem Gebiet zu erholen, bis dann 1709 ein Großfeuer wiederum fast die ganze Stadt und Teile des Schlosses vernich¬tete. Neun Jahrhunderte unter- lagdie Burg ständigen baulichen Veränderungen, bei denen es den Handwerkern unter Anlei¬tung hervorragender Architekten und Baumeister immer wieder gelang, das Neue mit dem Beste¬henden harmonisch zu verbin-den. Schon 1550 gehörte das ver¬fallene Schloss Kurfürst August. Dieser beauftragte den Amt¬mann Wolf von Schönberg mit ei¬nem komplexen Umbau, bei dem mit dem Bau der Kirche 1699 die gesamte untere Burg ver¬schwand. Entsprechend den An¬sprüchen eines Landesfürsten mussten alle Fachwerkgebäude abgerissen und in Stein wieder neu errichtet werden. So blieben der schon aus Stein bestehende Bergfried und der Turmstuben¬anbau als einzige Gebäudeteile der alten Burg erhalten. Die Zug¬brücke wurde durch eine gemau¬erte Bogenbrücke ersetzt und ein kostspieliger neuer Palasbau mit drei Stockwerken und ab-schließendem Satteldach ent¬stand. Im Erdgeschoss finden wir mit schönen Steinmetzzeichen gearbeitete rundbogige Türge-wände und im Mittelbau kunst¬voll gewölbte Decken. Um die Gesamtanlage der oberen Burg zieht sich eine mit Zinnen verse¬hene Mauer. Die Bogenbrücke bildete den Zugang zur unteren Burg, ebenfalls von Umfassungs¬mauern umgeben. In diesem Be¬reich befanden sich eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden wie das Amtshaus, Pferdeställe, Ba¬destube, Brau- und Wasserhaus. Zeugnis einer mehr als 800-jähri¬gen Geschichte bietet nur noch die erhalten gebliebene obere Wehranlage. Im 18. Jahrhundert wurden weitere bauliche Verän¬derungen am Schloss vorgenom¬men, die auch den Einbau von Fenstern im Turm beinhalteten, der schon immer als Gefängnis genutzt wurde. Im 19. Jahrhun¬dert wurden hier weitere Zellen geschaffen und das heutige Turmdach aufgesetzt. Ab 1933 wurden hier Gegner des faschis¬tischen Regimes eingekerkert und misshandelt. Im Jahre 1953 befand sich im Schloss das Kreis¬gericht und 1954 wurden Mitglie-dern des Kulturbundes Räum¬lichkeiten zugewiesen. Es ent¬standen ein heimatkundliches Kabinett und das Museum „Erz- gebirgisches Eisen“. Seit 1990 wird vom Landkreis Aue-Schwar¬zenberg der gesamte Schloss¬komplex zu einem kulturellen Zentrum umgestaltet. Sehens¬wert ist die gesamte äußere Schlossanlage durch ihren inter¬essanten Baustil und die hervor¬ragende architektonische Ver¬bindung zwischen der einstigen Oberburg und dem später er¬richteten unteren Schloss. Die Schloss-Stube mit ihrer Kleinor¬gel zeigt eine schlichte Aus¬stattung. Bei Ausgrabungen im Schlossbereich wurden wertvol¬le Gegenstände, so auch ein Krug aus der Zeit um 1620, gefunden und restauriert. Im Museum be-kommt der Besucher einen Ein¬blick in die über 450-jährige Tra¬dition desSpitzenklöppelns.

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