Schlösser und Burgen von A-Z 74

Schloss Ulbersdorf
01855 Ulbersdorf
Landkreis Sächsische Schweiz
Im Südosten Sachsens, im Natur¬raum des Westlausitzer Hügel- und Berglandes und im National¬park „Sächsische Schweiz“, fin¬den wir den 1432 erstmals ur¬kundlich erwähnten Ort Ulbers¬dorf. Seit seiner Gründung war hier auch der Herrensitz des Hennrich von Hermannsdorff zu Olbersdorff. Besitzer des Ritter¬guteswarein Vasall und Bürge H. von Dubasauf Hohnstein. DerOrt wurde jedoch erst 1586 in Ulbers¬dorf umbenannt, nachdem ervor- her mehrere ähnlich lautende Na¬men trug und außerdem bis 1693 in Ober- und Niederulbersdorfge- teilt war. Erst Hannibal von Lüt¬tichau vereinigte beide Teile. Sei¬ner Familie gehörte auch das Schloss bis 1890 und von seinem Vater hatte er Oberulbersdorf ge¬erbt. Bis 1893 zog Dietrich Curt von Carlowitz hier ein. Nächster Besitzer war Alexander von Gont- rad, dessen Sohn Dietrich nach seinem Tod das Rittergut bis 1930 besaß. Bis 1945 gehörte es Ri¬chard Förster. Nebenbei bemerkt sei, dass das in der Ritterguts¬brauerei hergestellte Bier im wei¬ten Umfeld sehr begehrt war. Das ehemalige Herrenhaus ist in Bau¬substanz und -Stil in das 16. Jahr¬hundert einzuordnen. Im 18. Jahr¬hundert wurden das Oberge-schoss und ein Mansarddach hinzugefügt. Den Turm errichtete Baumeister Max Dorn 1896 aus Resten einer spätmittelalterli¬chen Turmanlage, er wurde je¬doch später wieder abgerissen und jüngst neu errichtet. In der Folgezeit, biszum Jahre 1945, hat¬te das Schloss noch einige Um- und Ausbauten durch die drei Be¬sitzer zu überstehen; und mit der Bodenreform ginges in das Eigen¬tum der Gemeinde über. Das Rit¬tergut zählt zu den ältesten Ge¬bäuden des Ortes. Heute befin¬den sich in dem neu gestalteten Schloss Wohnungen, der Sitz des Bürgermeisters, eine Bibliothek, ein Kindergarten und ein Reisebü¬ro.
Schloss Wachau
01454 Wachau
Landkreis Kamenz
Wachau erreicht man über die A 4, Abfahrt Ottendorf-Okrilla bei Dresden, ab da in südöstlicher Richtung über Seifersdorf. Das heutige Schloss entstand 1730 anstelle mehrerer Vorgänger¬bauten für Graf von Schönfeld. Die Besitzer wechselten, bis 1883 Gotthelf Kühne Schloss Wachau erwarb, der es durch den Leipziger Architekten Wei¬denbach im Innenbereich weit¬gehend umgestalten ließ. Nach 1945 wurde die Gemeinde Eigentümer und nutzte es als Ver¬kaufsstelle und Jugendclub. Das Bauwerk ist von Wassergräben umgeben, über die eine steiner¬ne Brücke Zugang gewährt. Es ist eine hufeisenförmige, zweiein-halbgeschossige Anlage und be¬sitzt ein hohes Mansarddach mit Dachgauben. Der Innenbe¬reich zeigt aus vergangenen Zei¬ten nur noch ein aufwändiges Vestibül mit dreiläufiger Trep¬penanlage, wogegen von der ehemaligen Innendekoration nur noch einige repräsentative Räume von 1883 im Oberge¬schoss vorhanden sind. Der zu¬nehmende Verfall ist sicher auch der Zweckentfremdung nach dem letzten Weltkrieg und wäh¬rend der folgenden Jahrzehnte zuzuschreiben. Neben der Nut- zungzu Wohnzwecken befanden sich im Schloss gleichzeitig oder nachfolgend Läden für Lebens¬mittel, Textil- und Haushaltswa¬ren und deren Lagerraum im gro¬ßen so genannten Weißen Saal. Auch eine Kindertagesstätte, eine Sozialstation mit Arztpraxis und die Gemeindebücherei be¬fanden sich hier. In Partnerschaft mit Baden-Württemberg wurde ein Projekt entwickelt, das die Sanierung des Schlosses und al- lerTeiche sowie der Inselbefesti¬gung zur Grundlage hatte. Nach der erfolgten Sanierung 1997 stellt das Schloss mit Park für den Ort ein Schmuckstück dar und wird als Schulungs- und Tagungszentrum genutzt. Be¬sonders im gepflegten Park kann man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen.
Schloss Waldenburg
08396 Waldenburg
Landkreis Chemnitzer Land
Waldenburg liegt an dem Kreu¬zungsbereich der B 180 und der B175, westlich von Chemnitz und nordöstlich von Glauchau. Wie viele andere Schlösser hat auch Waldenburgeine Burgais Vorgän¬ger, die durch Hugo von Wartha und den kaiserlichen Marschall Rudolf von Brand 1165-1172 ent¬stand. Von ihrhatauch das heuti¬ge Städtchen den Namen. Nach¬dem Hugo von Wartha-Walden-burg die Burg als Stammsitz ge¬nutzt hatte, ging sie durch Erbvertrag im 14. Jahrhundert an die Schönburger Herren über. Im Hussitenkriegwurde sie 1430 fast gänzlich zerstört. Veit II. von Schönburg ließ an gleicher Stelle in der ersten Hälfte des 15. Jahr-hunderts ein Schloss errichten, das jedoch 1519 von einem Gro߬feuer bis auf den Bergfried zer¬störtwurde. Bald darauf entstand ein Schloss im Renaissancestil, doch vermutlich genügte dieses Ernst II. von Schönburg nicht, da er 1529 einen weiteren Schloss-bau begann, der 1534 vollendet wurde. Mit diesem Bau gab es nun in Waldenburg zwei nebeneinan¬der stehende Schlösser, bis 1619 ein Feuer das hintere Schloss fast völlig vernichtete. Otto Carl Fried¬rich, Fürst von Schönburg-Wal¬denburg, ließ 1783 die Ruine abtragen. Auch der zwischen beiden Schlössern bestehende Wallgraben wurde zugeschüttet. Umfassende Um- und Ausbauten veranlasste 1835 Fürst Otto Viktor I. Bürgerliche Revolutionäre er¬stürmten am 5. April 1848 die An¬lage, plünderten und branntensie nieder. 1853 wurde der Neubau in Angriff genommen. Begonnen wurde mit dem beschädigten Bergfried, in den überwölbte Räu¬me und eine Wendeltreppe einge¬bautwurden. Ein Kanzleigebäude folgte und das neue Schlossge¬bäude wurde von 1855 bis 1859 im Stile der englischen Tudorgotik nach Plänen von Carl Alexander von Heideloff und dem Architek¬ten Eduard Pötsch errichtet. Die Innenräume wurden vorwiegend im Rokokostil gestaltet. Das heu¬tige Aussehen erhielt das Schloss von 1909 bis 1912 bei seinem Um¬bau und grundlegenden Verände¬rungen des Innenbereiches durch Fürst Otto Viktor II. von Schön- burg-Waldenburg, der ein reprä¬sentatives Anwesen vorzeigen wollte. Auchan der Außenfassade erfolgten wesentliche Verände-rungen. Die luxuriöse Ausstat¬tung konnte kaum noch von an- deren Schlössern überboten werden. Kunstvolle Täfelun¬gen, Schnitzereien, Wandverklei¬dungen und Gemälde zieren das Treppenhaus,die Festsäle und die übrigen Räume. Leider wer¬den recht selten Führungen im Schloss durchgeführt, die vorher abgesprochen sein müssen. Heu¬te nutzt das Schloss eine medizi-nische Einrichtung.

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