Schlösser und Burgen von A-Z 81

Altes Schloss und Palais Zabeltitz
01561 Zabeltitz
Landkreis Riesa-Großenhain
Die Gemeinde befindet sich nörd¬lich von Großenhain, in einer Ent- fernungvon ca. 10 km. Die Slawen nannten Zabeltitz „Zablato“, was so viel heißt wie „Leute hinterm Sumpf“. Errichtet wurde das heu¬tige Palais um 1728, doch die Ge¬schichte um Zabeltitz reicht viele Jahrhunderte zurück. Erstmals im Jahre 1207 wird ein Henricus de Zablatitz urkundlich erwähnt. Doch der Ort gleichen Namens taucht erst 1353 in einem Zah¬lungsakt schriftlich auf. Zwei Jah¬re später wird das Raubritterge¬schlecht von Köckeritz als Besit¬zer von Zabeltitz verzeichnet, ab i397gehörteesHeinrichvon Her¬stein. Es folgte die Adelsfamilie von Pflugk, die mit diesem Besitz ihren Machtbereich erweiterte. Durch Christian I., der das Palais als Reit- und Jagdschloss nutzte, ginges in die wettinische Kurfürs¬tendynastie über. So blieb es nicht aus, dass in den Jahren 1588-1598 eine lebhafte Bautä¬tigkeit einsetzte. Neben dem Palais entstand das heute so ge¬nannte Alte Schloss, ein lang ge¬streckter Gebäudekomplex mit Wirtschafts-, Küchen-, Wohn-und Schlafräumen sowie Stallungen. Bauleiter war seinerzeit für das im Stile der Spätrenaissance errich¬tete Bauwerk Oberzeugmeister Paul Büchner. Christian (.verstarb 1591, und Kurfürst Christian II. führte den Bau zu Ende. Viele namhafte Persönlichkeiten wech¬selten sich in der Folge als Besit¬zerder Anlage ab. August derStar- ke erbte den Besitz von seiner Mutter Anna Sophie im Jahre 1717. Interessant ist auch, dass er sei¬nereinstigen Mätresse,GräfinCo- sel, die bereits auf Stolpen inhaf¬tiert war, unbedingt Schloss Za¬beltitz für Pillnitz anbieten wollte. Da diese jedoch nicht gewillt war, das ihr einst in Liebeszeiten ge-schenkte Schloss herzugeben, nahmerderGräfin kurzerhand ih¬ren Pillnitzer Besitz, zahlte ihr da¬füreine monatliche Rente und be-hielt obendrein noch Zabeltitz. Eine neue Blütezeit für das Palais brach mit der Inbesitznahme durch einen aus einem meck-lenburgischen Rittergeschlecht stammenden August Christoph Graf von Wackerbarth an. Als sein Haus im jahre 1728 in Flammen aufging, schenkte ihm der Kur¬fürst das Gut Zabeltitz. Der rö¬misch-deutsche Kaiser Joseph I. hatte ihn bereits 1705 in den Reichsgrafenstand erhoben und am Kurfürstenhof avancierte er 1730 zum Generalfeldmarschall. Wackerbarth, auf viele Studien-reisen durch fast ganz Europa ge¬schickt, veränderte nach seiner Rückkehr das Palais innen und außen. Als Architekten wählte er sich Johann Christoph Knöffel. Beide schufen eine einzigartige Gartenlandschaft mit zwei Tei¬chen, zwei Bassins sowie der Eli-sabeth-Insel, mit seltenen aus¬ländischen Bäumen und Gewächsen terrassenartig bepflanzt. Ein¬einhalb Jahre nach August dem Starken verstarb auch Graf Wa¬ckerbarth und hinterließ seinem Sohn, dem Grafen von Wacker- barth-Salmour, ein stattliches An-wesen in Zabeltitz. Später fiel der Herrensitzan den Königvon Sach¬sen, Friedrich August III. (der Ge¬rechte), der es noch im Erwerbs¬jahr seinem Onkel und einstigem Vormund, dem Prinzen Xaver, schenkte. Als 1816 PrinzXaverver- starb, endete auch das Besitztum der kurfürstlichen Generationen an Zabeltitz. Die HerrschaftZabel- titz ging an den Kammerherrn Friedrich Freiherr von Wießenbach und blieb bis 1889 im Fami¬lienbesitz. Danach übernahm sie der herzoglich-sächsische Kam¬merherr Dr. Arnold von Frege- Weltzien und ab 1932 dessen Nachkommen. Im gleichen Zeit¬raum erhielt der Kommerzienrat Paul Habich das „Alte Schloss“, das nunRittergutHabichgenannt wurde. Im Zuge der Bodenreform 1945 erfolgte die Beschlagnahme und Aufteilung des gesamten Herrschaftsbereiches, er wur¬de Volkseigentum. Das „Alte Schloss“ wurde unter Leitung von Prof. Rainer Fetscher zu einem Land-Ambulatorium umfunktio¬niert. Heute, im Gemeindebesitz, wurden eine medizinische Ein¬richtung und das Tourismusbüro untergebracht. Das Palais mitsei- nem 15 ha großen Park wechselte nocheinige Maleden Eigentümer. Sodienteesauchdem Landesver¬band der Volkssolidarität Dres¬den und 1956 dem Ministerium für Verkehrswesen. Das Institut für sozialistische Wirtschaftsführung im Verkehrswesen gestalte¬te 1966 das Palais zum Schu¬lungszentrum um. 1993 restau¬rierte die Bahn-AG als Eigentümer das Palais umfassend, ließ es im neuen Glanz erstrahlen und machte eine Tagungs- und Bil¬dungsstätte daraus.

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Schloss Zschepplin
04838 Zschepplin
Landkreis Delitzsch
An der B 107,10 km südlich von der Stadt Bad Düben, liegt die Gemeinde Zschepplin in der Nähe der Mulde. Das ehemalige Rittergut befand sich seit 1579 im Besitz der Familie von Dies¬kau, bis es 1761 der sächsische Minister Heinrich Graf von Brühl übernahm und es von diesem er¬heblich erweitert wurde. 1775 folgte als neuer Besitzer der österreichische Geheimrat und Kabinettsekretär Karl Freiherr von Bender und Loitha. Dieser brachte am Schloss einen Erker¬bau an. Das Objekt besteht aus einer mehrflügligen Schlossan¬lage aus verschiedenen Stilepo¬chen. Der Kernbau stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und umschließt einen Hof mit gewölbtem, von dorischen Säu¬len gestütztem Arkadenum¬gang. Im nördlichen Teil des Innenhofes wurde ein quadratischerTreppenturm mit welscher Haube und Laterne eingepasst, der alle weiteren Gebäude über¬ragt. Der Nordbau besitzt ein Zwerchhaus sowie einen vo¬lutengeschmückten Ziergiebel. Die Mitte des Südflügels über¬ragt ein weiterer runder Turm. Die Fassade besitzt außer einem Gurt- und Kranzgesims keinen besonderen Schmuckwert, le¬diglich an der Nord-und Ostseite hebt sich ein Risalit hervor. Der Erweiterungsbau im spätba¬rocken Stil wurde vermutlich vom sächsischen Oberland- und Hofbaumeister Friedrich Au¬gust Krubsacius gestaltet. Das Schloss stellt eine ursprüngli¬che Renaissanceanlage dar und istzum Teil in den Räumen früh¬klassizistisch gestaltet. Betritt man das Schloss, gelangt man in eine große Eingangshalle mit dorischen Säulen und über das seitlich gelegene Treppenhaus in das Obergeschoss. In den Räumen sind Wandverzierungen und Stuckrosetten vorhanden. Der große Festsaal im Westflü- gel stammt von Clemens August Bruno von Mengersen aus dem Jahre 1854 und wurde im Stile der Neorenaissance gestaltet. Ein Ecksalon hat originale Su¬praportenmalerei und stuckbe¬setzte Wandsockel. Das Schloss wurde zuletzt teilweise als Kin¬derheim genutzt und stand wei¬testgehend leer. Am Osttrakt schließt sich ein Landschafts¬garten im englischen Stil an.

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